Bettgeschichten

Bettgeschichten

Rund einen Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett – im optimalen Fall schlafend. Meist befasst man sich erst vertieft mit dem Drunter und Drüber und ist bereit zu investieren, wenn nachts der Schlaf und tagsüber die Konzentration gestört sind.

«Natürlich schlafen»

Dieser Slogan liess mich nicht mehr los, seit ich beim Bettwarengeschäft vorbei spaziert war. Ich war keineswegs Anfänger, hatte mich schon immer für gehaltvolle «Bettgeschichten» interessiert und wollte weitere Geheimnisse lüften.

Irgendein Bettgestell + Matratze + Kissen + Decke = Bett – so lautete meine einfache Rechnung in der ersten WG – möglichst billig musste es sein. Erst als zunehmend Rücken- und Kopfschmerzen auftraten und ich nachts stark schwitzte, fasste ich Veränderungen ins Auge.

Im Sandwich zwischen Drunter und Drüber wird mein Schlafklima stark beeinflusst. Jede Nacht verliert der Mensch bis zu einem Liter Flüssigkeit, der vom Bettinhalt aufgenommen werden und durch Lüften wieder verdunsten sollte.

Dabei unterschätzte ich lange Zeit das Drunter. Die minderwertige Füllung der Matratze und der Molton mit gummierter Unterseite verhindern die Aufnahme von Flüssigkeit. Dies führt zu einem Wärmestau, welcher für Rheumapatienten schmerz- und entzündungsfördernd sein kann.

Beim Drüber halten sich in der Schweiz die «guten Daunen» hartnäckig auf Platz 1. Daunen haben in der Natur die Aufgabe zu isolieren und Wasser abzustossen. Auch ich schwitzte traditionell kuschlig durch die Jugendjahre. Mit meinem Mann kam der positive Klimawechsel. Da ich mit ihm unter einer Decke steckte, war Schurwolle und Seide ab sofort Programm. Seither habe ich die Daunendecke nicht mehr ins Bett gelassen.

Im Fachgeschäft

Im Fachgeschäft bot mir Herr Zollinger eine individuelle Liegeberatung auf seinem biologischen Schlafsystem an. Mein Schulter-/BWS- und Beckenbereich wurde entlastet und gerne wäre ich liegen geblieben, wie man mich gebettet hatte.

«Ein Bett atmet auch nach unten», erklärte der Fachmann, «optimalerweise mit Naturprodukten, wie Naturkautschuk, Wolle, Rosshaar und einem ausgeklügelten Lattensystem. Wenn unten nichts Gutes kommt, schmort man buchstäblich im eigenen Saft. Bei kleinem Budget hilft als erster Schritt eine Matratzenauflage: Schurwolle oder Kamelhaar regulieren Wärme und sind dank dem enthaltenen Lanolin selbstreinigend. Die Lebensdauer bei sachgemässer Behandlung beträgt rund 12 Jahre, bis das Lanolin abgebaut ist. Lanolin wird durch waschen und direkte Sonneneinstrahlung zerstört.» Erwischt – genau das hatte ich pflichtbewusst jedes Jahr getan...

Die Bettschublade unter dem Bett meines Sohns mag zwar praktisch sein, aber sie verhindert die Belüftung von unten. Den Milbenschutzüberzug seiner Matratze kann ich ebenso wirksam gegen atmungsaktive, natürliche Materialien mit Bio-Milbenstopp austauschen!

Brusthaare von mongolischen Kamelen

Als Marcel Zollinger schliesslich von «seinen mongolischen Kamelen» spricht, kommt er ins Schwärmen. Sie kennen harte Winter und heisse Sommer und es kommen nur die hochwertigen Brusthaare in seine Decken. Füllungen von arabischen und afrikanischen Kamelen sind zwar etwas günstiger, aber qualitativ nicht vergleichbar.

Im munteren Austausch erfuhr ich nebenbei, dass Arvenkissen pulssenkend wirken, Torfauflagen bei Rheumatikern im Trend liegen, für sensible Personen Betten ohne Leim, Farbe und Metall zu empfehlen sind und Weidenkissen bei Migränepatienten Linderung bringen.

Die persönliche Schlafberatung hat sich gelohnt. Wofür würde ich als nächstes sparen? Eine Kamelhaardecke soll es sein, entschloss ich mich. Von mongolischen Kamelen würde ich mich in Zukunft gerne federleicht bei jedem Wetter durch meine Träume wiegen lassen. 

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